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24.&25.03.2012 - Sinfoniekonzert

Romantik pur

Vertonte Erzählungen von Volkshelden und Epen – Julius Caesar in Rom, die finnische Legende Lemminkäinen und der Kampf des Helden Peri im brasilianischen Urwald finden sich im Konzertprogramm des Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam, das unter der Leitung des brasilianischen Gastdirigenten Parcival Módolo am 24. März 2012 um 19:30 Uhr in der Friedrichskirche Potsdam-Babelsberg aufgeführt wird.
Wiederholt wird das Konzert mit Werken von Jean Sibelius, Edvard Grieg, Robert Schumann und Carlos Gomes am 25. März 2012 um 16:00 Uhr in der Heilig Geist Kirche in Falkensee. Besucher, die sich mit den Werken intensiver vertraut machen wollen, sind eingeladen, die öffentliche Generalprobe mit Werkeinführungen am 23. März um 19:30 Uhr in der Friedrichskirche Babelsberg zu besuchen.

Carlos Gomes - Ouvertüre „Il Guarany“
Jean Sibelius - Der Schwan von Tuonela & Lemminkäinen zieht heimwärts (op. 22)
Robert Schumann - Ouvertüre „Julius Cäsar“
Edward Grieg - Lyrische Suite (op. 54)

Karten für die Konzerte zu 6 EUR (ermäßigt 4 EUR) sind erhältlich in der Ticketeria (Friedrich-Ebert-Str. 18 und im Stern-Center), im PNN-Ticketshop (Stadtpalais) und im Gemeindebüro (Schulstr. 8c) sowie unter www.cm-potsdam.de.

Stimmungsvolle Bilder nordischer Landschaften mit ihren Märchen- und Fabelgestalten klingen in den Titeln „Hirtenknabe“, „Zug der Zwerge“, „Norwegischer Bauernmarsch“, „Notturno“ und „Glockenklang“ der Lyrischen Suite op. 54 von Edvard Grieg (1843-1907) an. Der norwegische Komponist verschmolz Klänge und Rhythmen der Volksmusik seiner Heimat mit Elementen der Spätromantik. Zu hören sind insbesondere im „Glockenklang“ erste impressionistische Anklänge.
Mit Der Schwan von Tuonela & Lemminkäinen zieht heimwärts (op. 22) des finnischen Komponisten Jean Sibelius (1865-1957) bleibt das Programm in der nordischen Sagenwelt. Zwei von insgesamt vier Episoden der 1895/96 entstandenen Lemminkäinen-Suite werden gespielt, die die Geschichte des gleichnamigen Helden aus dem finnischen Nationalepos Kalevala erzählen: Der mystische Schwan (illustriert durch ein langes Englishhornsolo), der die Toteninsel Tuonela umschwimmt, soll vom Helden Lemminkäinen getötet werden, der damit in den Besitz der Tochter von Louhi, Herrin des Nordlandes, kommen will. Lemminkäinen selber wird aber durch einen vergifteten Pfeil getötet, sein Körper in den Fluss geworfen und zerteilt. Seine Mutter hört von seinem Tod, reist nach Tuonela, setzt die Körperteile ihres Sohnes wieder zusammen und gibt ihm durch Zaubersprüche und eine Salbe das Leben wieder.
Auch eine Vergiftung auf wundersame Weise übersteht auf der anderen Seite der Weltkugel der Held Peri im brasilianischen Urwald, der mit seinem mit Gift getränkten Körper eigentlich die kannibalischen Indianer töten wollte. Basierend auf einem Roman von Jose de Alencar schuf der brasilianische Komponist Carlos Gomes (1836-1896) die Oper Il Guarany, von der Guiseppe Verdi nach der Uraufführung 1870 an der Mailänder Scala bemerkte: Gomes beginne da, wo er selbst aufgehört habe („Questo giovane comincia dove finisco io!“). Ein besonderes Erlebnis verspricht die Aufführung der Ouvertüre unter der Leitung des brasilianischen Gastdirigenten Parcival Módolo zu werden mit dem das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam erstmals zusammenarbeiten wird. Parcival Módolo erhielt seine Ausbildung in Deutschland, war Schüler von Nikolaus Harnoncourt, Zubin Metha und Sergiu Celibidache. Von 2007 bis 2011 leitete er als Chefdirigent eines der bedeutendsten Orchester Brasilien, das Orquestra Sinfônica Municipal Campinas. Darüber hinaus arbeitet er als Gastdirigent mit zahlreichen Orchestern weltweit zusammen, darunter das San Diego Symphony Orchestra.
Die Heldengalerie wird abgerundet durch einen sehr bekannten Helden in einer wenig bekannten Vertonung: die Ouvertüre „Julius Cäsar“ von Robert Schumann (1810-1856).