Arne Hajek: Evokative Kunst - Gemäldeausstellung

Dauer: 26.11.2009 – 18.12.2009 von 9.00 – 17.00 Uhr
Ort: Quintact, Rudolf-Breitscheid-Straße 162, 14482 Potsdam

Foto: Gemälde von Arne HajekJe intensiver die Farbe, umso tiefer die Versenkung – LATENTE Kunst

So wie wir Frequenzen des Schalls auditiv nicht wahrnehmen können, so bleiben Bereiche des unendlichen Spiels von Farben im Verborgenen. Schall und Farben wirken intensiv auf den Menschen, sie bewegen unsere Gefühlswelt und beeinflussen unsere Entscheidungen. Der Klang- und Farbwelt sind wir permanent ausgesetzt.

Dieses Gedanken begleiteten mich bei jeder Ausstellung, in der von Arne Hajek waren sie stärker als gewöhnlich. Der 50 - jährige Maler „komponiert“ seine Werke zu einer Vollendung von komplexen Ereignissen, seine Empfindungen zur Zeit werden zu Mustern, die ineinander zu einer Form verschmelzen. Arne Hajek ist Autodidakt, er spielt Klavier, nahm Schauspielunterricht, studierte Kunst, Theaterregie und Architektur, arbeitete am Deutschen Theater und an der Volksbühne. Seine Arbeitsreisen führten ihn u. a. nach Italien, in die Schweiz und Österreich.

Unmengen von Farben (Acryl, Öl) werden zu Tönen, die „hörbar“ werden, wenn der Blick das Gemälde passiert. Es entstehen Empfindungen wie bei einer Wanderung, den Gedanken nachhängend, so löst ein Kontrast einen Moment mit plötzlicher, tiefer Intensität aus, der das gesamte Kunstwerk erfüllt.
Sein aufgewühltes Innenleben fließt direkt durch seine Hände, vergleichbar mit der Brandung, die das Ufer der Küste markiert. So wie jede Welle keine doppelte Identität hat, so wenig kann Arne Hajek den Lauf der Farbe genau vorherbestimmen. Anfang und Ende sind in jedem Moment LATENT, also im Verborgenen, wie der Ursprung der Welle oder das Meer als Dimension nur andeutungsweise vorstellbar sind.

Das künstlerische Formen und Gestalten ist seine Sprache, er scheint seine Geschichte(n) zu „schreiben“ und es fließt aus ihm heraus, wie das Wasser aus einer sprudelnden Quelle. Seine Umwelt ist der Impulsgeber. Konkretes opfert er der Phantasie, in einer abstrakten Dynamik entstehen Motive, meist Landschaften, die er in einer anderen Dimension einfängt.
Heiner Müller hatte er seinerzeit überzeugt. Die szenografischen Arbeiten für Müller waren für Arne Hajek folgenreich. Sein Talent für die Malerei, latent angeboren, wurde nun ein Entdeckungsprozess, der Fahrt aufnahm. Er selbst bezeichnet seine Zeitreisen als „Momentaufnahmen“ und „Sinfonien“, die er als Objekte kreiert. Feste Vorstellungen haben bei ihm keinen Platz, seine Maxime: „Grenzen überwinden in Zeit und Raum“. Sein Universum ist ein Puzzle und Kleinigkeiten können das große Ganze bewegen. Seine Unruhe ist manchmal bewegend und anstrengend zugleich. Wer ihn kennt weiß, dass seine Inspirationen aus den Widersprüchen des täglichen Wahnsinns entspringen.

Arne Hajek lebt in Potsdam, er ist zurück an den Ort, wo er einst am Helmholtz-Gymnasium sein Abitur ablegte. Seine expressionistischen Arbeiten bilden einen starken Kontrast zur gewohnt gediegenen Potsdamer Kultur- und Kunstlandschaft, die sich hauptsächlich an der Historie verdient. Umso beeindruckender ist sein künstlerisches Wirken auch für die Region einzuordnen. Künstler seines Formats braucht die Stadt, die dadurch neue Impulse erfährt. Wirtschaft und Wissenschaft trifft Kunst – so entstehen Inspirationen für neue gesellschaftliche Projekte. Prof. Dr. Reusswig, Institut für Klimafolgenforschung, der Laudator zur Vernissage am 26.11.2009, hat hierzu einen wesentlichen Gedanken einfließen lassen: „Die Geschichte hat bisher immer wieder gezeigt, dass die Wirtschaft ihr Standort-Management nach den Gegebenheiten einer bereits etablierten breiten Kultur- und Kunstszene ausrichtet. "

Gemälde von Hajek befinden sich u. a. in den Sammlungen von Reinhold Würth und dem Naturwissenschaftler Heinz-Otto Peitgen.

Eine Auswahl der Gemälde von Arne Hajek ist derzeit noch bis zum 18.12.2009 bei Quintact zu besichtigen.

In der Commerzbank AG, Filiale Berlin-Wannsee, Königstraße 57 A in 14109 Berlin sind seine Werke vom 07.12.2009 – 29.01.2010 ausgestellt.


Foto: Vernissage Arne Hajek Foto: Vernissage Arne Hajek Foto: Vernissage Arne Hajek Foto: Vernissage Arne Hajek Foto: Vernissage Arne Hajek Foto: Vernissage Arne Hajek