Sehenswertes in der Galerie im Lendelhaus / Werder
Sie wünschen sich ein schönes Ziel für das kommende Wochenende?
Auf der Insel in Werder, gleich links hinter der Brücke, finden Sie das Lendelhaus, in dem sich seit März 2009 ein interessanter kultureller Standort entwickelt hat.
Es ist ein Ort der vielfältigen Entdeckungen:
Die GALERIE empfängt den Besucher, mit Landschaftsmalerei von Olaf Thiede, der die märkische Umgebung seit Jahren mit seinem Rad erkundet und wunderbare Orte und Momente auf Leinwand und Papier zaubert. Mal in Pastell, mal in Öl, manchmal in Gouache. Man möchte sich niederlassen an diesen Orten, Ziegeleiseen, einsamen Wegen und unter Bäumen, die im Spiel von Schatten und Licht an Plätze aus der Kindheit erinnern und Ruhe ausstrahlen.
So ist es eine gelungene Kombination die Skulpturen von Phillip von Appen in Gegenwart dieser Gemälde, in diese Umgebung der rauhen Wände zu stellen.
Wir begegneneinem Teufel der uns an unseren inneren Teufel erinnern soll, rot und koboldhaft.
Er findet sich inmitten von Frauenfiguren, die sinnbildlich zu träumen wagen, Frauengestalten, die wie die "Traurige Medusa" völlig abgemagert und trostlos innerhalb der schönen Landschaften Thiedes stehen und fast anklagend ihre Forderungen in den Raum geben.
Ursprünglich war Medusa schön gewesen. Als // Pallas Athene sie jedoch bei einer Buhlschaft mit // Poseidon in einem ihrer Tempel überraschte wurde // sie von der erzürnten Athene in jene Gestalt // verwandelt unter der sie allgemein bekannt ist: Ein // geflügeltes Ungeheuer das statt Haaren Schlangen auf dem // Kopf trug mit glühenden Augen riesigen Zähnen und // einer hervorhängenden Zunge. Das Gesicht der Medusa war // so hässlich dass man sofort zu Stein erstarrte // wenn man sie ansah.
Phillip von Appen erklärt dazu:
"So eine Strafe darf Niemandem angetan werden, "meine" Medusa ist ausgezehrt, weil Sie so unter der Strafe litt. Ich stelle die Frauen in ihrer Schönheit dar, die oft gebrochen wird, durch die Verletzungen die ihnen angetan werden, ich liebe die Frauen, ihre Seele möchte ich zeigen, die Wünsche, die Träume, die sie haben, aber auch die Einzigartigkeit Ihrer Verbundenheit mit Mutter Erde."
Seine Medusa hat wie ein trauriger Schwan Ihren hässlichen Kopf nach unten zur Seite geneigt, sie strahlt dennoch Weiblichkeit aus. Man möchte sie förmlich erlösen von ihren Schicksal, ihr Kinn heben.
Auch die Ariadne die von ihrem geliebten Theseus auf der Insel Naxos verlassen wurde fällt sofort auf, an Stelle der Augen sind große Höhlen entstanden, sie hat sich gewissermaßen die Augen aus dem Kopf geheult bei der Warterei auf Theseus. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass Sie nur Theseus im Kopf hat. Sein Kopf findet sich in ihrem wieder. Sie steht gleich rechts in der Ausstellung und obwohl sie stur geradeaus blickt auf die Serie grüner Gemälde von Olaf Thiede, meint man Sie sieht jeden Besucher sofort, auch ohne den Kopf zu wenden. Sie registriert alles, wie ein "Pförtner". Dabei erscheint sie milde und gutmütig, der weisse Stein gibt ihr etwas Unnahbares.
Beruhigend wirkt dabei die Umgebung, die rauhen Wände, ohne jeden Anstrich, die abgeschliffenen alten Holztüren und immer wieder die Landschaftsmalerei von Olaf Thiede.
Sie empfängt einen direkt im Eingangsbereich großformatig, frühlingshaft, endlich. Man wird in das Lendelhaus hineingezogen. Das Frühlingsbild gehört zu einem Vier Jahreszeiten Zyklus, der im angrenzenden Restaurant und in der Galerie mit Sommer, Herbst und Winter vollständig gezeigt wird. Eine Hommage an die uns umgebende wunderschöne, märkische Natur, Arbeiten, die sich für öffentliche Gebäude geradezu anbieten.
Im angrenzenden RESTAURANT können Sie sich stärken, moderate Preise, eine bodenständige, regionale Küche und ein gemütliches Ambiente, sowie
aufmerksame Bedienung erfreuen Herz und Seele. Empfehlenswert für Zwiebelliebhaber: Bollenfleisch. Lecker.
Bei Interesse erfahren Sie hier noch einiges zur Geschichte des Hauses, aber unser Rat an Sie:
gehen Sie selbst auf Erkundung zur Geschichte des Hauses uns seiner Verwandlung in einen Ort, der bald zu einem geheimtip werden wird, wenn er es nicht schon geworden ist.
Das Lendelhaus begrenzt den Marktplatz in westlicher Richtung und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es wurde 1786-89 ursprünglich als Stadtpalais für die benachbarte Petzower Gutsherrschaft Kaehne errichtet. Das Herrenhaus des Freigutes ist im klassizistischen Stil mit barocken Elementen erbaut. Seinen heutigen Namen erhielt es erst 120 Jahre später von dem Betreiber der Lendelschen Fruchtpresserei. Friedrich Wilhelm Lendel gründete am 1.7.1889 seinen Obstverarbeitungsbetrieb und spätestens ab 1916 diente das Lendelhaus der Familie als Wohnhaus. Im Südflügel des Hauses befanden sich zudem noch Arbeitsräume und ein Kontor.
In den alten Räumen zum Marktplatz hin bietet heute die Galerie im Lendelhaus auf ca. 70 m² Ausstellungsfläche für wechselnde Veranstaltungen. Neben regionaler Kunst aus dem Havelland werden Einzel- & Gruppenausstellungen mit nationalen und internationalen Künstlern sowie Themenausstellungen gezeigt.
Die Galerie Lendelhaus hat sich auf die aktuelle havelländische Malerei spezialisiert. Die Ausstellungen haben jeweils eine Dauer von vier Wochen. Ab Mai mit dem Beginn der Saison können auch wieder Kunstkurse und Workshops Workshops gebucht werden. Wir informieren Sie bei Kultur in Potsdam rechtzeitig.
Am 13. Februar wurde die diesjährige Ausstellungsreihe von Olaf Thiede mit dem Titel "Malerei Landschaft und Licht" eröffnet.
Geöffnet bis Mai von Freitag bis Sonntag 14:00 Uhr - 19:00 Uhr
Ab Mai wieder ganztägig, bitte gehen Sie auch auf www.lendelhaus.de
und zum Künstler: www.olaf-thiede.de










